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Die Lindenwirtin - Deutschlands berühmteste Gastwirtin |
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Man versetze sich in die kleine Universitäts- und Beamtenstadt Bonn zu der Zeit, als man noch jede Menge Herzöge und Könige in Deutschland und über allem einen Kaiser hatte, also in die Kaiserzeit zwischen 1870 und 1910. Damals studierten die Söhne adeliger Häuser sogar, wenn sie nicht direkt die Offizierslaufbahn anstrebten. Und wo studierten sie? In Bonn!
In Bad Godesberg bei Bonn gab es eine Gastwirtschaft, die sich von anderen unterschied. Hier agierte Ännchen Schumacher, die an sich Lehrerin werden wollte, aber als 18-jährige nach dem Tod ihres Vaters das "Gasthaus zum Godesberg" übernahm. Ännchen mit ihren schwarzen Haaren und Augen war lieblich anzusehen, sie kannte das studentische Leben und war hochmusikalisch. Gern sang sie den Studenten das Lied von der Lindenwirtin vor. Ihre Anmut, ihre liebenswürdige Autorität und ihr rheinischer Frohsinn führten nicht nur dazu, dass sich in ihrem Gasthof abends bis 400 Studenten einfanden, sondern trugen auch zu ihrer Popularität bei. Eine Postkarte, um 1900 in Australien oder Rußland nur mit der Aufschrift "Ännchen Deutschland" versehen, kam garantiert richtig an.
"Änn", die mundartlich rheinische Version von "Anna", läßt sich auch als "n" aussprechen. Und so geschah es, dass aus dem fernen Kiautschau in China sogar eine Postkarte, die nur wie folgt adressiert war: "An n Deutschland" ihren Bestimmungsort nicht verfehlte: Den Gasthof "Zur Lindenwirtin", wie Ännchen ihren Betrieb ab 1891 nannte.
Welche unglaubliche Popularität Ännchen Schumacher um 1900 hatte, ersieht man daran, dass ihr im Kölner Rosenmontagszug von 1904 ein Festwagen gewidmet worden war. Die Abbildung enstammt dem offiziellen Zugprogramm. Die (heute nicht mehr existierende) Karnevalsgesellschaft "Fidele Geister", der hauptsächlich Studenten und
Akademiker angehörten, nannte den Wagen "Die Godesburg mit der Lindenwirtin". Und wie man sieht, wurde im Garten der Lindenwirtin
zünftig gefeiert.
Ännchen heiratete nicht. Viele Heiratsanträge hat sie erhalten. Der Sage nach war sie unsterblich in einen jungen Prinzen verliebt (und dieser in sie), aber der Standesunterschied machte eine Hochzeit unmöglich. Ännchen behielt ihren Rufnamen bei, auch als sie älter und eine Art Studentenmutter geworden war. 1935 starb sie als 75-jährige. 5.000 (!) Kondolenzschreiben aus aller Welt gingen ein, Vertreter aller Burschenschaften gingen in "vollem Wichs" hinter ihrem Sarg.
Das Lied von der Lindenwirtin lebt weiter. Es ist auf über 50 Strophen angewachsen, den sog. Fakultätsstrophen. Ob "Chemikus", "Medikus" oder "Elektrotechnikus" - für jede Fakultät gibt es eine oder mehrere Strophen und bei den Treffen der Burschenschafter wird das Lied von der Lindenwirtin gesungen, die Fakultätsstrophen inbegriffen, sofern ein entsprechender Studiosus anwesend ist. Die "Alkuinia"-Burschenschaft unterhält sogar einen Webring "Zur Lindenwirtin". Und so lebt Ännchen Schumacher weiter - wenigstens im Internet.
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| Bei der historischen Lindenwirtin kehrten die "Korporierten" ein. Alles über die historische Studentenbewegung und Burschenschaften erfahren Sie auf www.burschenschaft.de |
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| Als die historische Lindenwirtin in die Wanne stieg, bestand diese aus Zink oder aus Eichenbohlen. Aber historische Bäder (mit moderner Technik) gibt es auch heute noch. Klicken Sie mal auf www.traumbad.de |
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